Jan Schütt hatte einen der krassesten Jobs auf dem Kiez. Heute gewährt er euch mit seiner Kult Kieztour tiefe Einblicke in eine abgeschottete Welt zwischen Rotlicht und Blaulicht.
Jan nimmt euch mit an Orte, die für ihn nicht nur Stationen einer Tour, sondern Kapitel seines eigenen Lebens sind. Offen, ruhig und ohne Verklärung erzählt Jan von einem Viertel, das ihn geprägt hat – und das er heute mit ganz neuen Augen sieht.
Einen ersten Einblick in Jans Erlebnisse auf St. Pauli bekommt ihr im „Kiezmenschen Podcast“ der Hamburger Morgen Post.

Faszination Kiez
Seine ersten Berührungen mit dem Rotlichtmilieu hatte Jan vor rund 20 Jahren über sein Fitnessstudio. Männer mit Luxusuhren, teuren Autos und einem selbstbewussten Auftreten beeindruckten ihn. Der Lebensstil war das Gegenteil seiner konservativen Herkunft – und genau das zog ihn an.
Ein ungewöhnlicher Einstieg
Der Weg ins Milieu führte über eine Beziehung. Erst spät erfuhr Jan, dass seine Partnerin als Prostituierte arbeitete. Statt Zweifel entwickelte er Akzeptanz und tauchte tiefer ein – überzeugt davon, dass Normalität immer vom Umfeld geprägt wird.

Alltag als Wirtschafter
Als Wirtschafter war Jan für Ordnung, Sicherheit und Deeskalation zuständig. Oft reichte Präsenz, manchmal Gespräche – doch vor allem am Wochenende eskalierte die Situation regelmäßig. Gewalt gehörte zur „Primetime“ fast schon zur Routine.

„Mein Leben tickt heute anders als früher – ruhiger und klarer.
— Jan Schütt
Aber der Kiez, die Olivia-Jones-Family und die Menschen hier gehören zu mir – das ist meine Heimat.“
Luxus und Leere
Das Geld floss reichlich, der Lebensstil wurde immer exzessiver. Jan verdiente in Spitzenmonaten so viel wie andere in einem Jahr und investierte in Statussymbole. Erst rückblickend erkannte er, wie wenig Wert dieser Reichtum für ihn hatte.
Der schleichende Ausstieg
Die Nächte, die ständige Alarmbereitschaft und schließlich sein Sohn brachten ihn zum Umdenken. Er wollte nicht erklären müssen, womit er sein Geld verdient. Jan kehrte in die Fitnessbranche zurück – und ließ das Milieu hinter sich. Was bleibt, sind Erinnerungen an eine andere Welt, eine andere Zeit und Milieu-Freundschaften, die bis heute andauern. Erlebt mit Jan eine Reeperbahn Führung mit tiefen Einblicken. Mehr Kiez-Insider geht kaum.

Fazit
Wenn ihr St. Pauli nicht nur sehen, sondern wirklich verstehen wollt, dann seid ihr bei Jan genau richtig: Sein Wissen über die Geflogenheiten des Hamburger Rotlichtmilieus ist tief, ehrlich und aus erster Hand. Mit Witz, Charme und echter Hamburger Schnauze nimmt er euch mit auf eine Tour, die ihr so schnell nicht mehr vergessen werdet.
