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Reeperbahn privat: Neue Staffel wieder mit vielen KultKieztouren Stars

Heute startet die neue Staffel von Reeperbahn privat auf RTL2. Und natürlich sind auch wieder viele unserer KultKieztouren Stars und die OliviaJonesFamily mit an Bord. U. a. Fabian Zahrt, Lex Dildo, DJ Pam, Olivias Wilde Jungs uvm.

Die neue Staffel läuft ab sofort donnerstags um 20:15 Uhr (Tipp: Direkt danach „Tatort Reeperbahn“ über einen heftigen Kiez-Kriminalfall in den 80gern gucken!).

Und wer unsere Stars und Sternchen der Doku mal nicht nur im TV, sondern auch live erleben möchte: Tickets für unsere Shows und KultKieztouren gibt es exklusiv hier auf www.kult-kieztouren.de

Reeperbahn privat – von Anfang an dabei: Kult Kieztouren Star Fabian Zahrt

Olivia Jones und Reeperbahn privat Star Fabian Zahrt

Von der ersten Staffel an dabei: Unser Kult Kieztouren Star Fabian Zahrt.

Das RTL2 Team begleitete Fabian sogar bei der Hochzeit mit seiner Frau Franzi in Olivias Wilde Jungs. Die Zuschauer waren „dabei“, wie Fabian und Franzi ihren Kinderwunsch Wirklichkeit werden lassen wollten, wie Fabian fast seinen Fuß bei einem Unfall verloren hätte und mehr.

Mit all diesen Höhen und Tiefen hat sich unser KultKieztouren Star auch zum heimlichen Star der RTL ZWEI Kult-Doku gemausert. Er ist einfach ein echtes Original. Und dadurch ist Fabian auch zu unserm beliebtesten KultKieztouren Guide nach Olivia Jones geworden.

Wer mehr über Fabian erfahren möchte, dem empfehlen wir unser Interview mit ihm und den hörenswerten Kiezmenschen Podcast der Hamburger Morgenpost.

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100 Jahre Herbertstraße: So sieht es drinnen aus, warum Frauen nicht rein dürfen und auf St. Pauli Prostitution verboten ist

 

Vor 100 Jahren wurde die Heinrich- in „Herbertstraße“ umbenannt. Neben der Reeperbahn und der Großen Freiheit ist es St. Paulis wohl berühmteste Straße. »Schuld« daran sind eigentlich ein paar einfache Tore und Verbote.

»Die Nazis haben die ersten weltberühmten Sichtblenden bauen lassen. Eigentlich wollten sie dahinter das sündige Laster verstecken. Ironie ist, dass sie dadurch die Menschen noch neugieriger und die Straße eigentlich erst weltberühmt gemacht haben.«, erzählt Olivia Jones.

Noch heute bieten in der Herbertstraße Sexarbeiterinnen ihre Dienste an. Viele präsentieren sich in Schaufenstern.

Frauen (und Jugendliche unter 18 Jahren) haben haben dort offiziell immer noch keinen Zutritt. Darüber informiert auch ein Schild an den Toren. Doch wie kam es dazu? Immerhin ist die Herbertstraße ja eine öffentliche Straße!

Kult Kieztouren Historikerin Eva Decker recherchiert die Geschichte der HerbertstraßeUnsere Tourguides rund um Olivia Jones und unsere Kult Kieztouren Historikerin Eva Decker sind der Sache für Euch auf den Grund gegangen.

Wir haben Erstaunliches zutage gefördert: Wusstet Ihr zum Beispiel, dass Prostitution auf St. Pauli eigentlich bis heute verboten ist und warum die Prostituierten immer zur gleichen Uhrzeit und nur auf einer Seite der Davidstraße »aufmarschieren«?

Unsere Kiez-Experten klären Euch auf. 

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Krasse Kiez-Karriere: Interview mit Kiez-Experte Olli Zeriadtke

Die krasseste Kiez-Karriere der Olivia-Jones-Familie? Kult Kieztouren Guide Olli Zeriadtke im Interview

Er hat eine der krassesten Kiez-Karrieren der Olivia Jones Familie: Olli Zeriadtke ist unser KultKieztouren-Neuzugang. Im Interview erzählt er, was er schon alles „gemacht“ hat und was ihn an- und umtreibt.

Stell Dich kurz vor: Wie heißt Du und was ist deine Aufgabe in der Aufgabe in der Olivia Jones Familie?

Olli Zeriadtke, Türsteher in der Olivia Jones Bar / Große Freiheit. Kult Kieztour-Guide.

Olli Zeriadtke auf der Großen Freiheit

Was war der erste Moment, an den Du Dich auf St. Pauli bewusst erinnerst und wann war das?

Als 15jähriger nach der Fahrprüfung mit der Mofa auf die Reeperbahn und erstmals in einer Peepshow gewesen – ich war beeindruckt

Wie bist Du nach St. Pauli gekommen? 

Mit der Mofa! Als Trainer im Fitnessstudio wo die „schweren“ Jungs trainiert haben – da hatte ich schnell Anschluss und die ersten Hausmeister-Aufgaben als 16-jähriger im Bordell.

Erzähle uns ein bisschen über Deine Jobs auf St. Pauli – was hast Du schon alles gemacht?

Ich war Türsteher, Koberer, Inkasso-Dienstleister, Wirtschafter und Zuhälter, Barmann, Vermieter für Menschen ohne passende Schufa, d.h. Tänzerinnen oder Gastroleute die kein oder kaum offizielles Gehalt bezogen, konnten in einem Appartement von mir wohnen – immer von Monat zu Monat, wer nicht zahlte flog raus…

Was bedeutet St. Pauli für Dich?

Meine Heimat – hier bin ich zuhause.

Was schätzt Du an St. Pauli?

Das bunte miteinander – hier kann jeder sein wie er möchte, den Zusammenhalt von den Nachbarn – hier kennt und hilft man sich. Von Sonntag bis Donnerstag der schönste Stadtteil von HH! Auch die Party am Wochenende mit Hunderttausenden von Menschen ist schon gewaltig. Was nervt sind die Junggesellenabschiede mit ihren blöden Kostümen und Bauchläden…

»St. Pauli muss man gesehen und erlebt haben!«

Olli Zeriadtke

Warum ist St. Pauli immer eine Reise wert?

St. Pauli muss man gesehen und erlebt haben – die Kneipen mit Livemusik, Tabledance, Bordelle, Musicals, Theater und sehr gute Restaurants in den Seitenstraßen – das gibt es so gebündelt nur auf meinem Kiez!

Warum sollte man unbedingt eine Kieztour mit Dir buchen?

Ich gebe Hintergrundinfos zu St. Pauli, erzähle aus dem Nähkästchen was mir als Türsteher, Koberer oder Wirtschafter alles so passiert ist und was die Aufgeben eines Zuhälter sind oder besser gesagt mal waren – auch das Milieu hat sich geändert

Was war Dein schönster oder abgefahrenster Moment auf St. Pauli?

Ich habe jeden Tag schöne Momente aufm Kiez – ich gehe jeden Tag mindestens drei Gassierunden mit meiner Bulldogge und treffe jeden Tag tolle Leute – egal ob Punker, Huren oder tolle Nachbarn mit  Ihren Hunden.

Was war Dein verrücktester oder lustigster Moment auf St. Pauli?

Als ich in einer Bierlaune einen nicht abgeschlossenen Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei entern wollte.  Die Beamten hatten grad zwei Biker kontrolliert und den Wagen nicht verriegelt – ich habe es fast bis auf den Fahrersitz geschafft. Zwei nette Beamte haben mich schlussendlich einen halben Meter über dem Fußboden am Fahrzeug fixiert… es gab keinerlei Nachspiel – der Fahrzeugführer hatten eine Fehler gemacht und ich war leicht angetüttert…

Was war Dein aufregendster Moment auf St. Pauli?

Als Türsteher auf dem Hamburger Berg, ich habe einen Gast im schwarzen Ledermantel den Zutritt verwehrt, dieser ging zwei Meter zurück und hat eine Machete hinter seinem Kopf aus dem Mantel gezogen – verrückt – meine Türsteher-Kollegen und ich haben das aber schnell regeln können – der junge Mann konnte ganz bestimmt einige Wochen mit seinen Händen nicht mal mehr ein Brotmesser halten – das sind wirklich Ausnahmesituationen die normalerweise nicht vorkommen.

Was ist das größte Missverständnis über St. Pauli?

Dass es ein gefährlicher Stadtteil ist! Soviel Polizei und Zivilbeamte, die hier im Einsatz sind machen unseren Kiez zu einem der sichersten Orte in HH – selbstverständlich kann am Wochenende morgens nach einer langen Nacht mal ein Missverständnis entstehen – Alkohol und Drogen spielen dabei immer eine große Rolle…

Was trinkst Du auf St. Pauli?

Havanna 7 mit Cola oder Jacky Cola, morgens starte ich selbstverständlich erstmal mit Kaffee in den Tag.

Ergänze den Satz: „Die Olivia Jones Familie ist für mich…“

…ein verrückter Haufen mit sooo vielen bunten Charakteren, dass man jede einzelne und einzelnen nur lieben kann!

Wer waren Deine „Ausbilder“ in der Olivia Jones Familie bzw. an wem orientierst Du Dich für Deine KultKieztouren am meisten?

Das ist sehr einfach, ich habe das große Glück Fabian als Freund bezeichnen zu  können – Fabi ist ein Kieztour-Maschine – Respekt! Natürlich sind Dennis und auch ein Eddy Kante ganz weit vorn.  Die bunte Seite vom Kiez gibt es von unseren einmaligen Travestiekünstlern zu sehen und zu hören.

Was sind die Highlights Deiner Kieztour?

Hintergrundinformationen zum Rotlicht District, wahre Geschichten vom Kiez, selbstverständlich auch allgemeine Informationen zur Wohnungssituation und den Wandel von St. Pauli Richtung Theater und Kulturmeile – weg vom Schmuddelimage.

Kult-Kieztour mit Olli Zeriadtke

Was beeindruckt die Menschen an Deiner Tour am meisten?

Dass ich jede Frage beantworten kann – da ich hier bereits alles erlebt und gemacht habe, kann zu ganz vielen Dingen auch glaubhaft antworten. Ich nehme mich selbst und das leben nicht so ernst, das merken auch meine Kunden bei den Touren.

Kannst Du Dich an Dein erstes Mal auf St. Pauli erinnern?

Als Kind bin ich mit meinen Eltern vom Hamburger Dom über die geile Meile zurück zum Auto, da wusste ich wohl schon damals, dass ist mein Ding – ich habe wohl den ganzen Rückweg sehr große Augen gemacht…

Was macht für Dich den besonderen Zauber von St. Pauli aus?

Hier gibt es alles — und das 24 Std. am Tag / sieben Tage die Woche.

Dein Kiez Geheimtipp (wo gehst du gerne Essen/snacken, wo feierst du gerne, wo Shops du gerne oder findest etwas Ruhe)?

Nach Feierabend sitze ich gern noch im Pearls (TablesDance) auf einen Drink, wenn ich essen gehe dann bei verschiedenen Asiaten in der Davidstraße oder Taubenstraße, Hausmannskost selbstverständlich im Freudenhaus oder Gassenhauer – die Vorspeisen im Hidden Kitchen sind kaum zu toppen, last but not least natürlich die Reeperbande direkt nehm dem legendären Hooters.  Entspannt etwas trinken ohne zuviel drumherum mache ich sehr gern im „Lieblings Café Bar“ in der Detlev-Bremer-Straße.

Dein Lebensmotto und warum?

Blicke nie zurück, und wenn, dann nur um zu sehen wo man sich gerade befindet.

Was möchtest Du im Leben unbedingt noch machen?

Alles.

Woran glaubst Du?

An mich und an mein Bauchgefühl  – da habe ich mittlerweile genug von.

Hast Du Angst vorm Sterben?

Nein, wir sind alle früher oder später an dem Punkt gehen zu müssen – da orientiere ich mich eher am Buddhismus –  für mich ist das die glaubwürdigste Religion oder Ansicht…

Vielen Dank für die tollen Einblicke, Olli!

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Love is King: Warum Olivia Jones jetzt St. Pauli gegen ein Schloss tauscht

Love Is King mit Olivia Jones, ab September bei Joyn, ab Oktober donnerstags, 20:15 Uhr bei ProSieben (c) ProSieben, Benjamin Kis

Love is King heißt die neue Dating-Show, in der Olivia Jones Singles mit Partnerwunsch in eine Fantasiewelt auf ein Schloß zum Daten lädt. Nach „Das große Promi Büßen“ das nächste große Ding für die „Mutter aller KultKieztouren Guides“. Im Interview mit unserm KultKieztouren Blog steht sie Rede und Antwort zu ihrem neusten Format.

Als Queen der neuen Dating-Show „Love is King“ regieren Sie über die Liebe – wie dürfen sich die Zuschauer:innen das vorstellen?

Olivia Jones: „Für ‚Love is King‘ ziehe ich aus meinem kleinen Kiez-Reich in ein richtiges Schloss und schaffe dort eine Welt zum Verlieben. Für Singles, die bis jetzt nicht so viel Glück in der Liebe hatten, es aber doch noch einmal versuchen wollen. Ich verwandele sie mit meinem Hofstaat in Prinzessinnen und Prinzen. Optisch gibt’s ein totales Makeover. Und dazu Benimm-Coachings, Poesie-Workshops und Tanz-Trainings, damit unsere Singles wirklich die Traum-Prinzessin oder Traum-Prinzen fürs Leben finden.“

Als Queen bin ich eine Mischung aus Amor und Anstandsdame.

Olivia Jones über ihre Rolle bei „Love is King“

Was bedeutet es, dass bei „Love is King“, wie im Märchen geflirtet wird?

Olivia Jones: „Wir wollen jungen Menschen das Verlieben in einer geschützten Atmosphäre, abseits vom irren Alltag, einfacher machen, indem wir es noch mal auf die gute alte Art versuchen: Zum Beispiel durch Bummeln statt Fummeln. Statt sich halbnackt und ungezogen gleich im Pool zu begrabbeln, heißt es bei ‚Love is King‘: anständig angezogen um den Schlossteich zu Lustwandeln oder im Park romantisch zu picknicken. Als Queen bin ich eine Mischung aus Amor und Anstandsdame. Und für die teilnehmenden Singles ist #LoveIsKing eine große Aufgabe. Es macht so viel Spaß, zu sehen, wie sich einige nur langsam mit den Benimmregeln anfreunden und begreifen können, wie ernst es uns damit ist. Und das spreche ich natürlich auch gerne immer wieder an.“

Was passiert bei der Verwandlung der Singles in Prinzen und Prinzessinnen in „Love is King“?

Olivia Jones: „Wir machen fast neue Menschen aus ihnen, holen etwas aus ihnen heraus, von dem sie nie geahnt hätten, dass es schon immer in ihnen gesteckt hat. Obwohl ich persönlich weiß, was ein Kostüm ausmacht und ein Outfit bewirken kann, hat mich die Verwandlung der Prinzen und Prinzessinnen richtig beeindruckt – sie sind wirklich wie ausgewechselt. Leggins und bauchfrei gegen Ballrobe und Abendkleid, Muskelshirts und Goldkettchen gegen Schlips und Kragen. Mit dem Tausch der Kleidung kommt direkt eine ganz andere Körper- und Geisteshaltung. Wir zaubern ihnen ein Strahlen in die Augen und zeigen: Kleider machen wirklich Leute.“

Gibt es einen Moment in der Show, der Ihnen ganz besonders Gänsehaut verschafft?

Olivia Jones: „Der schönste Moment bei ‚Love is King‘ sind für mich die festlichen Ballnächte. Ich habe jedes Mal ein neues  königliches Kostüm und ein neues gigantisches Perücken-Meisterwerk. Kunstwerke, wie ich sie noch nie im Leben getragen habe. Teilweise haben sieben Helferlein an mir gearbeitet, bevor ich mich zeigen durfte. Und die Deko im Ballsaal wird jedes Mal extra ans neue Kostüm angepasst. Alles mit dem Ziel immer wieder eine einzigartige Atmosphäre zum Verlieben zu schaffen, wo die Prinzen und Prinzessinnen miteinander tanzen und flirten, bis es knistert. Da liegt die Liebe wirklich spürbar in der Luft. Ich kann versprechen: „Love is King“ ist ein fantastisches Feuerwerk für die Augen – und fürs Herz.“

Für viele Singles ist Daten heute doch wie eine Art Hengstparade, eine Leistungsschau.

Olivia Jones

Und was können wir uns selbst vom Dating bei „Love is King“ abschauen?

Olivia Jones:

„Wir können uns alle von ‚Love is King‘ abschauen, wieder mehr Romantik im Alltag zu wagen. Sich wieder tief in die Augen zu schauen statt ständig aufs Handy. Aufmerksam zu sein, Komplimente zu machen, einander zuzuhören, statt immer nur von sich selbst zu erzählen. Für viele Singles ist Daten heute doch wie eine Art Hengstparade, eine Leistungsschau. Man erzählt von sich, das Gegenüber ist nur Statist und am Ende geht’s oft nur um das eine. Wir zeigen, dass es viel aufregender sein kann, gemeinsam Flanieren in einem Park, als schnurstracks auf Tuchfühlung zu gehen.“

Love is King startet am 08. September zunächst exklusiv auf Joyn.de und läuft ab dem 06. Oktober donnerstags um 20:15 Uhr auf ProSieben.

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Kult Kieztouren Blog

Enthüllt: Was der Playboy mit St. Pauli und Olivia Jones’ Kinderbuch zu tun hat…

Wer hätte das gedacht? Der Playboy und „Keine Angst in Andersrum“ teilen sich eine Geschichte. Und hier im Kult Kieztouren Blog erzählen wir Euch jetzt die Geschichte zur Geschichte — zum 70-jährigen Jubiläum des deutschen Playboy-Ablegers.

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Von Promifotos.de, CC BY-SA 3.0, Link

Der Playboy-Gründer Hugh Hefner und sein Magazin stehen heute für ein eher… ähm… sagen wir „klassisches“ Rollenverständnis. Deshalb würde man(n – vor allem aber frau) das Magazin heute kaum mehr als „revolutionär“ bezeichnen, oder? Das war aber nicht immer so.

Der Playboy — eigentlich ein revolutionäres Blatt?

Als der Playboy 1953 von Hugh Hefner in den USA (mit Marilyn Monroe als erstes „Centerfold-Model“) gestartet wurde, war das Magazin in gewisser Weise geradezu revolutionär. Es waren nämlich ziemlich verklemmte Zeiten. Nicht nur in den USA, sondern sogar bei uns auf St. Pauli. Jedenfalls im Vergleich zu heute.


„Nacktheit und Sex waren noch problematisch. Striptease musste mit Begriffen wie Schönheitstanz umschrieben werden.“

– Eva Decker, Historikerin und KultKieztouren Guide

„Nacktheit und Sex waren noch problematisch. Striptease musste mit Begriffen wie Schönheitstanz umschrieben werden, Prostitution galt als gemeinschaftsschädlich. St. Pauli war zwar auch damals schon für Vieles offener, als der Rest der jungen Bundesrepublik, aber auch der Kiez hat sich eigentlich erst in den 60ern und 70ern locker gemacht, was auch mit der damaligen Gesetzgebung zu tun hatte“ beschreibt KultKieztouren Guide und St. Pauli Historikerin Eva Decker die prüden 50er.

In diesen Zeiten wollte der „Playboy“ an Grenzen und gesellschaftlichen Tabus rütteln. Und zwar nicht nur durch zur Schau gestellte Nacktheit.

Ein Beispiel für eine „revolutionäre Story“, die heute weitestgehend in Vergessenheit geraten ist und sogar uns überrascht hat: Es hat wohl 1955 eine Playboy-Geschichte gegeben, für die eine Zukunft erdacht wurde, in der Homosexualität die Norm ist und Heteros diskriminiert und verfolgt werden.

Damit hat der Playboy im Grunde also fast schon Teile der Geschichte vom Olivia-Jones-Kinderbuch „Keine Angst in Andersrum“ vorweg genommen.

Die Playboy-Story hat 1955 große Wellen geschlagen. Es gab viele wütende Zuschriften. Der Playboy entgegnete sinngemäß:

„Wenn es falsch ist, Heterosexuelle in einer homosexuellen Gesellschaft zu verfolgen, ist das Gegenteil dann nicht auch falsch?“

— „Playboy“ 1955

Genau um diese Frage geht es im Grunde auch in Olivias Kinderbuch „Keine Angst in Andersrum“.

Und die Moral von der G’schicht?

Zwei (sehr unterschiedliche) Zielgruppen, eine Botschaft: Beide Geschichten erinnern daran, dass Normen von Menschen gemacht werden und nicht in Stein gemeißelt sind. Sie erinnern aber auch daran, dass es Diskriminierung in der Geschichte der Menschheit schon immer von (fast) allen Seiten gegeben hat: Oben gegen unten. Unten gegen oben. Rechts gegen links und umgekehrt.

Wir sollten uns bewusst machen, dass jeder von uns immer auch irgendeiner Minderheit angehört, die irgendwann mal „in die Schusslinie“ geraten könnte. Je nachdem, wer gerade das Sagen hat. Deshalb ist es wichtig, dass wir selber darauf achten, nicht auszugrenzen und im Dialog mit Andersseienden und -denkenden zu bleiben. So schwer das manchmal auch fällt. Aber vor allem sollten wir nicht müde werden, uns immer auch für Schwächere stark zu machen.

Werte, für die aus unserer Sicht auch St. Pauli steht und für die wir uns auch mit unseren Kult Kieztouren und Projekten wie „Olivia macht Schule“ engagieren.

Der Playboy ist tot, lang lebe der Playboy?

Übrigens: Playboy-Gründer Hugh Heffner starb 2017. Das amerikanische Playboy-Magazin wurde 2020 eingestellt. Den deutschen „Playboy“ gibt es dagegen noch immer. Das Magazin erscheint monatlich seit nun 70 Jahren (wenn auch mit sinkender Auflage). „Playboy“ als Marke erfreut sich ingesamt aber wieder einer wachsenden Beliebtheit. Als Bunny-Logo auf Klamotten vor allem sogar unter jungen Menschen.